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Meine Söhne

Unvorsichtigerweise hat Dirk auf einer Party zu Thomas gesagt, dass er Lust hätte, mal zu einem Musikstück zu rezitieren - und schon war er verhaftet ..... Wir danken daher Dirk für seine tolle Unterstützung. Hat Spaß gemacht, Dirk!

Mitwirkende

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Text zu dem Stück

Und da rufen sie mich,
die Söhne, die ich nie hatte:
"Vater, Vater" schallt es.
Wo warst du in den Jahren, die dunkel waren?
Und es sind Worte wie Geschosse, die treffen wollen.
Ich kenne sie und sie kennen mich.
Und treffen dort, wo der Schmerz sonst wohnt.
Dort wo sich treibt mein verleugnet ich, meine verbannte Scham
Schütze mich meine Dunkelheit, keime das Licht.

Wie schön, zu spüren. Wie schön.
Ja, meine Söhne, da ist noch was, das gut versteckt sich gen Himmel reckt.
Mea culpa, mea maxima culpa.
Der verführung ist viel in dieser Welt.
Meine söhne, meine teuren Söhne.
Und ich?
Der vater schwach, der schlafend liegt und trotzdem wach.

So haltet mich fest, und richtet mich.
Diese Tränen, diese späten Tränen.
Und dann die Hunde - die räudigen - von der Straße grau.
Streunend, witternd, wissend. Auch sie mein Fleisch und Blut.
Hadert ihnen nicht, meinen Freunde der Not.
Sie zögern nicht, strömen in Scharen und stehen mir bei.
Dem alten Herz, das bei mir sei.

Seht doch der Tageshelle, Söhne, meine Söhne. Denn wissen müßt ihr, so wisset doch, meine Söhne. Ich liebe es, das Leben.
Und ich liebe Euch.
So blättere ich zurück,
vieles schon, gesammelt liegt es
der Lauf der Jahre,
so schnell in sich selber eilt.
Fliehet ihr mir? Kann euch halten nicht?

Söhne, meine Söhne,
in diesem eisigen Wind, in dieser Nacht, dieser Kälte, diesem Schweigen.
Kann der Nordwind singen sein Lied?
Mich lernen die Reu der verneinten Geburt?
So krieche ich, noch immer krieche ich.
Und die Wärme dringt,
es dringt die Wärme in mich,
mit jedem Wort, dass sich verirrt nun nicht mehr.
Zeihet mir, meine Söhne, zeihet mir die Wärme eines Sonnenstrahls. Geradewegs verirrt und wärmet mein Herz.

Meine Söhne, meine großen Söhne. Meine tapferen.
So viel der Kampf, so viel verloren.
Steht ihr am Rand, des alten Vaters Weg?
Und leuchtet mir, wenn es dunkel und wenn es kalt wird.
Und weiset die Tür, die ungeöffnet blieb.
So sprecht mit mir, Söhne, meine Söhne.
So sprechet doch und brechet die Stille.
Ihr Söhne, meine Söhne.
 

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